Architektur

Hunderte von Wehranlagen sicherten in der Vergangenheit die Ortschaften und Handelswege Nordomans. An strategisch wichtigen Punkten begann man bereits in vorislamischer Zeit Festungen als Zufluchtsort für die Bevölkerung zubauen. Die meisten heute erhaltenen stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Ihre schlichten Mauern wurden aus Stein, gebrannten Ziegeln und Lehm aufgeschichtet. Im Inneren sind sie oft mit aufwändigen Stuckarbeiten und Schnitzereien an den Türen verziert. Die Anlage von Djabrin ist für ihre bemalten Holzdecken berühmt. Die größte Festungsanlage des Landes steht in der Oase Bahla. Er ist UNESCO Weltkulturerbe und wird derzeit umfassend restauriert.

Viele Stammeskriege führten dazu, dass sich auch bei traditionellen omanischen Wohngebäuden viele Elemente der Wehrarchitektur wiederfinden. Das Mauerwerk aus Lehm ist oftmals mit Türmen und Zinnen bewehrt, das Erdgeschoss wird nur durch kleine Lichtschlitze erhellt.

Mitte der siebziger Jahre entstanden die ersten modernen Bauten, die diese traditionellen Architekturmerkmale mit modernen Baustoffen neu interpretierten. Die Bauverordnung des Landes legt bis heute fest, sich an traditionellen Stilelementen zu orientieren. Auf diese Weise entwickelte sich in Oman ein einzigartiger landestypischer moderner Architekturstil, dessen Besonderheit ist, traditionelle Gestaltungselemente fast spielerisch zu zitieren.

 
© Konzeption und Text: Maria und Georg Popp · ARABIA FELIX Synform GmbH, München, 089/30779200 · www.oman.de
Eine Initiative des Diwan of Royal Court, The Omani Society for Fine Arts, Photography Club, Sultanat Oman